
Allen Preisträgern unsere herzlichsten Glückwünsche, wir danken allen Teilnehmern!
1. Preis
Eutopia
von David Schildberger
FH Rosenheim
dotiert mit einer
3-tägigen Städtereise nach Riga, Lettland.
Übernachtung im 4-Sterne-Hotel inkl. Frühstück und Taschengeld.
Aus der Bewertung der Jury
Die mit dem 1. Preis ausgezeichnete Arbeit beschreibt das Transformationsszenario einer Art „Normal-Innenstadt“, ausgehend von einer kritischen Betrachtung zur Beschaffenheit heutiger Öffentlichkeit und des öffentl. Raums. Die These des Verfassers: Der öffentliche Raum wird zum stimulierenden Ambiente einer aktiven handlungsoffenen Stadtaneignung, ein intensivierter gesellschaftlicher Entfaltungsraum.
Diese „Re-Aktivierung“ wird beschrieben als sukzessiver Wandel, der bestehende Stadtstrukturen abseits klassischer Nutzungsfestschreibungen neu interpretiert und schließlich auflöst. Durch das Heraustreten aus der Realität in einen neu definierten Raum soll ein anderer Blick auf das Bestehende möglich werden, als Rückkopplung von Stadtraum und gelebter Öffentlichkeit. In der analytischen Betrachtung wird die Arbeit der Komplexität von Stadt und Gesellschaft nur bedingt gerecht und pauschalisiert zuweilen in Hinblick auf den eigenen thematischen Zutritt.
Die Arbeit liefert dennoch ein interessantes stadtstrukturelles und gesellschaftsbezogenes Entwicklungsszenario und ist insgesamt stringent und präzise beschrieben. Sie ist dabei als prozesshafte Erzählung aufgebaut; ihre einzelnen Entwicklungsschritte werden thematisch und strategisch plausibel und spannend dargestellt. Die Plandarstellung bleibt überwiegend diagrammatisch, überzeugt aber durch Aussagekraft und grafische Qualität.
2. Preis
Das seltsame Wohnwesen der Familie M.
von Peter Kruse
TU Carolo-Wilhelmina zu Braunschweig
dotiert mit der
Teilnahme am zweitägigen Seminar
"Stadtentwicklungsplanung in Zeiten zunehmender Fragmentierung"
des difu in Berlin. Inklusive Anfahrt und Übernachtung.
Aus der Bewertung der Jury
Die Arbeit zeichnet eine Utopie als phantastisches Märchen mit „heller Begeisterung für die wundersamen Mechanismen der Natur“ (Zitat) und thematisiert damit das Verhältnis Mensch/ Umwelt. In Abgrenzung zu den fast durchweg Technik-affinen und fortschrittsgläubigen Utopien, die seit der Moderne bis heute fortleben, changiert die Arbeit mehrdeutig zwischen einer Rousseau’schen Sehnsucht nach einem verlorenen Naturzustand und einem durchaus pragmatischen Verständnis.
Die im positiven Sinne „naive“ Arbeit postuliert kein simples „Zurück zur Natur“ durch Verzicht auf jegliche zivilisatorischen und „komfortablen“ Aspekte. Vielmehr scheint die Hoffnung auf eine intelligente Kultivierung und symbiotisches Verständnis durch, sowie die Faszination für Bionik als Entschlüsselung von Natur und ihre innovative Umsetzung in der Technik. Dieser durchaus spannende Ansatz innerhalb einer utopischen Parabel hätte indes noch etwas substanzieller ausfallen können. Für den sehr eigenständigen Beitrag wurde eine entsprechende textliche wie grafische Darstellungsform gefunden und mit viel Phantasie und Sorgfalt umgesetzt.
3. Preis
Tomorrow is another day
von Michael Vasku und Andreas Klug
TU Wien
dotiert mit einem
Jahres-Abonnement der ARCH+
Aus der Bewertung der Jury
Die Autoren entwickeln ein Szenario aus der Fortschreibung aktueller (meist negativer) Prognosen, betreffend Klima, Bevölkerungsentwicklung, Kommunikation, Umweltzerstörung etc. im globalen Kontext. Der Entwurf steht in der Tradition der Utopisten der 60er Jahre, die, entkoppelt von den Zwängen der alten Stadt, transterritoriale Ersatzstädte ersannen. Im Gegensatz zu diesen wird aber die „neue Stadt“ als bereichernde Ergänzung des Bestehenden beschrieben; also Zusatz- statt Ersatz-Stadt.
Als solche wird sie als erdumspannendes, partiell verdichtetes „Netz aus bewohnbaren Röhren“ und „erweitertes Infrastruktursystem“ dargestellt, welches im Sinne eines universellen Systems „eine gegenwärtige und auch unbestimmte zukünftige Stadtstruktur kombinieren kann“ (Zitat). Ziel der Arbeit ist (neben der Regeneration der Erdoberfläche) nicht die Überwindung, sondern gerade der Schutz der alten Stadt, ihrer Funktionsfähigkeit und kulturelle Identität.
Sprachlich zuweilen stark und bildhaft entwirft der Verfasser einen holistischen Lösungsansatz als Antwort auf die sich abzeichnenden künftigen Menschheits- und Siedlungsprobleme. Die technikgläubige Utopie, als „große Lösung“ weiß um ihre Schwachstellen. In der Argumentation der Arbeit wird die Schaffung einer egalistischen Über-Struktur für eine heterogene Gesellschaft mitreflektiert. Dem Szenario fehlt es inhaltlich und grafisch an Anschaulichkeit und Detail, es wird aber als reflektierter, mutiger Beitrag angesehen.
Sonderpreise
jeweils dotiert mit einem
Buchgeschenk vom Suhrkamp Verlag
Aus der Bewertung der Jury
Aufgrund der Qualität ihrer ausformulierten Zukunftsideen werden weitere Arbeiten mit Sonderpreisen bedacht. Zwar erreichen diese Arbeiten nicht durchgehend die Tiefe und Stringenz in der Ausformulierung, wie die Arbeiter der Erstplatzierten, jedoch zeigen sie inhaltlich interessante Ansätze und sympathische, phantasiereiche oder aber realistische Skizzen einer möglichen Zukunft. Insgesamt konnten sie sich bezüglich der bildlichen bzw. textlichen Darstellungen von den weiteren Arbeiten abheben und werden daher mit Buchpreisen gewürdigt.
Wohnmaschinen auf dem Wasser
von Eric Eberhard
Hochschule Biberach
Cubic Cloud
von Philipp Hoppe
RWTH Aachen
Civic Holm
von Jonas Klock
Universität der Künste Berlin
Urban Regeneration
Von Hyoung Jun Lim
Uni Stuttgart
Utopie X 2 - Stadt Tsingtao 2088
von Tobias Altekrüger, Qian Wang
TU-Kaiserslautern
Lobende Erwähnung
Newtopia – Future City 2088
von Stanislav Nemtsev
Fachhochschule Koblenz







